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Wie erlerne ich das Slacklinen am schnellsten?

Wer es schon mal versucht hat, weiß: Es ist gar nicht so einfach, wie es bei den Könnern aussieht. Wenn man versucht auf der Slackline zu stehen, wackelt sie scheinbar unkontrollierbar unter dem Körper hin und her. Wenn man aber ein paar Ratschläge beachtet, macht man sehr schnell Fortschritte und schon bald kann man sich ebenfalls zu den Cracks zählen...

Sinnvolles Set-Up

Eine Beginnerline sollte unbedingt kurz (3–7 m) und straff aufgespannt werden. Wir empfehlen dafür die Slackline Allround. Falls sich nur Fixpunkte in grösseren Abständen finden lassen, lässt sich die Slackline dadurch verkürzen, dass sich jemand in der Mitte davon drauf setzt. Die Slackline sollte für die ersten Versuche maximal auf Kniehöhe gespannt werden.

Breite der Slackline

Man könnte meinen, dass eine Slackline einfacher zu begehen ist, je breiter sie ist. Allerdings gibt es da noch ein paar weitere Punkte zu beachten: Eine fünf Zentimeter breite Line kippt leicht zur Seite , man spürt die Kanten des Bandes nicht unter dem Fuss und weiss somit nicht genau, wo man steht. Dadurch kann es vorkommen, dass man nicht in der Mitte steht und die Line somit zur Seite kippt.
Eine 2,5 Zentimeter breite Line spürt man sehr gut unter dem Fuss und weiss somit sehr präzise, wo auf der Line sich der Fuss befindet. Hingegen kann sie von empfindlichen Füssen als schmerzhaft empfunden werden und ist vor allem vom psychologischen Aspekt her nicht vorteilhaft. Eine drei bis vier Zentimeter breite Line vereinigt die Vorteile beider Extreme und ist deshalb hervorragend als Beginnerline geeignet.

Basics

Die folgenden Punkte bieten die Grundlage, um erfolgreich beginnen zu können:

Die Basics des Slacklinens

  • Das Aufsteigen sollte nicht etwa mit Kraft, sondern schwungvoll erfolgen. Man stösst sich mit dem Fuss, der sich noch am Boden befindet, etwas ab, sodass man gleich auf der richtigen Höhe ist und das Standbein nur noch leicht angewinkelt ist.
  • Der Blick sollte immer gerade nach vorn auf einen Punkt gerichtet sein, der sich nicht bewegt. An diesem kann man sich optisch orientieren. Auf keinen Fall sollte man seine Füsse anschauen. Wenn man nach unten schaut, sieht man die Line hin und her zittern und hat somit keinen optischen Fixpunkt mehr. Zudem wird auch die Körperhaltung negativ beeinflusst, da man dadurch nicht mehr aufrecht steht.
  • Der Fuss sollte immer gerade auf das Band gesetzt werden. So erreicht man die grösste Standfläche. Man ist so schon einmal nach vorne und hinten stabilisiert und muss nur noch nach links und rechts ausgleichen. Wenn man auf einem Fuss quer zum Band steht, muss man auf alle Seiten ausgleichen.
  • Der Körper sollte sich in aufrechter Position befinden. Die Hüfte sollte gestreckt sein. Ein Hohlkreuz ist zu vermeiden. Wenn dies geschieht, sollte man die Bauchmuskulatur etwas anspannen.
  • Man sollte leicht in die Knie gehen. Wenn man das Knie gestreckt hält, funktioniert dieses nicht mehr als Gelenk. Je mehr Gelenke aber in der Bewegungskette zum Ausgleichen benutzt werden, desto mehr Möglichkeiten hat man, um sich auf dem Band zu halten. Wenn man andererseits zu tief in die Knie geht, benötigt man dafür unnötig viel Kraft.
  • Man sollte zu Beginn barfuss slacklinen. So spürt man viel besser, wo man steht. Auch der Tastsinn spielt eine wichtige Rolle, um das Gleichgewicht zu halten, da so die Druckverteilung wahrgenommen wird. Wenn mit Schuhen mit hohen Sohlen balanciert wird, kann man sich nicht mehr über die genaue Position des Fusses orientieren und ein seitliches Abrutschen ist möglich. Ausserdem ist die Gefahr des Abknickens des Fusses bei hoher Sohle deutlich erhöht.
  • Die Ausgleichsbewegungen der Arme sollten über Schulterhöhe stattfinden. Wenn man die Slackline als Drehachse des Körpers betrachtet, kann durch eine Kreisbewegung der Arme um diese Drehachse das grösste Drehmoment erzeugt werden. Der Rest des Körpers vollführt das Gegendrehmoment und kann so wieder in die richtige Lage versetzt werden. Bei einer Bewegung der Arme nach rechts bewegt sich der Körperschwerpunkt nach links. Dies kann man gut auch am Boden, auf einem Bein stehend versuchen. Wenn die Arme unter Schulterhöhe gehalten werden, liegt dies oft daran, dass man die Handflächen nach unten hält. Diese sollten idealer Weise nach vorne oder sogar leicht nach oben zeigen.
  • Die Arme sollten nicht wie bei Turnern durchgestreckt werden, sondern locker gehalten werden. Jedes Gelenk, sowohl Schulter, Ellbogen als auch Handgelenk, kann zum Ausbalancieren hilfreich sein.

Bei den ersten Versuchen sollte man noch gar nicht versuchen zu gehen, sondern einfach auf einem Bein ca. einen Meter vom Fixpunkt weg stehenbleiben. Das Stehen auf einem Bein hat den Vorteil, dass man mit dem zweiten Bein noch ausgleichen kann und auch in der Hüfte noch sehr flexibel ist. Wenn man auf beiden Füssen steht, zittert die Line zwar weniger unter dem Körper hin und her, dafür ist man in der Hüfte blockiert und kann nur noch mit dem Oberkörper und den Armen ausbalancieren. Nahe beim Endpunkt reagiert die Slackline statischer als in der Mitte, wodurch das Ausgleichen den Slackline-Neulingen leichter fällt. Dies sollte unbedingt abwechselnd mit beiden Füssen geübt werden!

Das unkontrollierbare Zittern

Das anfänglich auftretende Zittern ist ein Reflex des Körpers. Sensoren registrieren, dass sich das Bein zu sehr auf der einen Seite befindet. Dadurch wird eine reflexartige Korrekturbewegung eingeleitet, die aber überschiesst. Deswegen befindet sich das Bein nun plötzlich zu stark auf der anderen Seite und der Vorgang wiederholt sich von Neuem. Mit der Zeit lernt der Körper, nur noch bis zur Mitte zu korrigieren und das anfängliche Zittern lässt nach. Dieser Reflex kann aber nicht bewusst gesteuert werden. Entscheidend ist, wie viel Zeit man auf der Line verbringt. Wenn man auf zwei Beinen steht, zittert die Line weniger hin und her, als wenn man auf einem Bein steht. Trotzdem sollte zu Beginn vor allem auf einem Bein geübt werden. Wenn das Zittern zu stark ist, sollte man einfach eine kürzere oder straffer gespannte Line verwenden oder näher beim Fixpunkt aufsteigen. Das Positive am Zittern ist, dass dabei ein Lernprozess stattfindet, durch welchen die Sensomotorik verbessert wird.

Die ersten Schritte

Sobald das Stehen einigermassen funktioniert und man sich fünf bis zehn Sekunden lang auf der Line halten kann, kann man erste Schritte versuchen. Wichtig dabei ist, dass man langsam geht und immer zuerst mit dem Vorfuss tastet, bevor man das ganze Gewicht auf dem Fuss absetzt. Nachdem man den Fuss auf die Line gesetzt und das Gewicht vollständig auf den vorderen Fuss verschoben hat (hinteren Fuss dafür auf die Zehen stellen!), sollte man den hinteren Fuss lösen und wieder zum Ausgleichen benutzen. Erst wenn man die Balance wieder gefunden hat und sich sicher fühlt, sollte der nächste Schritt eingeleitet werden. Wenn man einen Schritt erzwingen will, ohne vorher die Balance gefunden zu haben, dann setzt man den Fuss meist quer auf die Line. So schafft man zwar oft noch drei bis vier Schritte, jedoch sind diese meist sehr unkontrolliert und ein verzweifelter Versuch, sich noch irgendwie auf der Line zu halten. Um Fortschritte zu erzielen, ist es nicht entscheidend, wie viele Schritte man schafft, sondern wie viel Zeit man auf der Slackline verbringt.

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